Still ruht der See, jetzt gehe ich erst mal in Urlaub.

Das war die Antwort auf meine telefonische Nachfrage beim Landgericht Mannheim, dem Vorsitzenden Richter Roos der 12. Kleinen Strafkammer, nachdem das Gericht 14 Monate ohne erkennbare Aktivität auf der Akte brütete.

Doch der Reihenfolge nach:

Nachdem ich bewiesen hatte, dass meine Verurteilung auf

       einer uneidlichen Falschaussage des Hauptbelastungszeugen Ralph Suikat,

       einer von dem Hauptbelastungszeugen Suikat gefälschten und in das Urteil aufgenommenen Vertragsfassung,

       der Unterdrückung eines entlastenden Gutachtens des renommierten Strafrechtsprofessors Bernd-Rüdeger Sonnen

       und – und das wiegt am Schwersten – auf der Unterdrückung der Aussage und der rechtlichen Wertung des Richters am Landgericht Karlsruhe Dr. Hofmann, der über den Zivilrechtsstreit befinden musste, in dessen Verlauf ich durch unwahre Tatsachenbehauptungen mich strafbar gemacht haben soll,

beruhte, verwies mich die Staatsanwaltschaft auf das Wiederaufnahmeverfahren, die Verfahrensart, die durch den Fall Mollath ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist.

Einen entsprechenden Antrag brachte ich am 29.08.2011 beim hierfür zuständigen Gericht, dem Landgericht Mannheim, an.

Auf meine nach 14 Monaten gehaltene Nachfrage gab der Vorsitzende Richter am Telefon die eingangs zitierte Erklärung ab. Hat da einer was von Menschenverachtung gesagt?

Später bügelte Roos meinen Antrag ab; mit der Begründung, man hätte mich auch ohne Falschaussage und ohne falsche Urkunde verurteilt. Dies ist bezeichnend, man könnte auch sagen: demaskierend. Oder noch anders: das Urteil stand schon vorher fest. Walter Ulbricht lässt grüßen.

Ein erneutes Wiederaufnahmeverfahren ist seit Februar 2013 anhängig, ebenfalls beim LG Mannheim und der Kammer von Herrn Roos. Jetzt haben wir November, bisher keine Reaktion. Gehen Sie wieder in Urlaub, Herr Roos?